
FANG MICH DOCH...
... wenn du kannst
Roses Smalltalk:
Da war doch schon mal was...
*überlegt, grummelt*... grün... lila... Magie... die Nemesis... SHIT!
Und ja, das hier ist AU, Slash und Agency-Business....
Und ja, ich weiss, dass ich noch so einige offene Stories habe... *demütig ihr Haupt senkt*
Und leider, gehört keiner der beiden Jungs mir. *heul*
Rating:
p18-slash
Take a seat, enjoy the show and don't blame me!
*shoves popcorn and camcorder in yer hands*
FANG MICH DOCH...
... wenn du kannst
Texas Maverick Mc Allister atmete einmal tief durch, sog die salzige, frische Seeluft tief in seine Lungen und dachte bei sich, dass dies eine der besseren Ideen war die Iris schon hatte.
Dieses Schiff war schlicht grossartig.
Eine Fregatte, dreissig Geschütze, schnell, wendig und – etwas zu modern für dieses Zeitalter.
Nemesis* stand in grossen goldenen Lettern am Bug des Schiffes. Direkt hinter den entlang des Buges auslaufenden, gespreizten Schwingen der Gallionsfigur; ein schneeweisser Schwan mit schwarzen Flügelspitzen.
Und sie war ein Geschenk.
Sein Geschenk.
Iris hatte sie ihm geschenkt zu seiner bestandenen Prüfung.
Das Schiff, diesen Aufenthalt hier und seine „Alibi-Persönlichkeit“ samt einer passenden Hintergrundgeschichte mit Fluch und allem was dazu gehörte.
Sein ganz eigenes Abenteuer eben.
Und ganz nach seinem Geschmack.
„Segel voraus!“
Rote Augen blickten nach oben zum Krähennest hin und die dunkle, immer ein wenig drohend klingende Stimme verlangte zu wissen: „Kauffahrer, Marine oder Pirat?“
„Keine Flagge,“ brüllte der Ausguck, „Käpt'n Hex!“
Keine Flagge?
Seltsam.
Er übergab das Ruder an einen der Männer, trat an die Reling und langte in die Innentasche seines meergrünen Kapitänsmantel, zog mit vorsichtigen, lila Fingern sein Fernrohr aus der Innentasche.
Tatsächlich: Keine Flagge.
Keine Flagge, zerfetzte Segel, ein doppelter Bugspriet als würde sie die Zähne blecken, bereit sie in jedes Schiff zu schlagen das ihr zu nahe kam,verdammt schnell und sie hatte geradewegs Kurs auf die Nemesis gesetzt.
Mit einem Grinsen steckte er sein Fernrohr zurück, fuhr sich einmal durch den langen, schneeweissen Schnauzer und bellte dann quer über das gesamte Deck: „Bringt sie 'rum, hisst jeden Flicken Tuch und volle Fahrt voraus!“
Spielen...
„Die Extras, wie zum Beispiel Spielen, kosten...“ Iris grinste, „aber den Preis bestimmst nur du!“
Oh ja, den Preis bestimmte er.
Jedes mal aufs neue.
Nun, er – Tex – war der geborene Spieler.
Und hohe Einsätze, bedeuteten manchmal auch hohen Gewinn.
„Fang mich doch,“ wisperte er dem Wind zu, „wenn du kannst...“
* Nemesis ist in der griechischen Mythologie die Göttin des „gerechten Zorns“ sowie diejenige, die „herzlos Liebende“ bestraft. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Nemesis
II
„Fang mich doch,“ leise wisperte der Wind ihm die Worte zu, „wenn du kannst.“
Keine Frage, er konnte. So er denn wollte.
Und gerade wollte er nichts mehr als das.
Also brüllte der Kapitän der flaggenlosen Galeone ein paar Befehle und knurrte dann selbst leise in den Wind: „Keine Sorge, ich krieg' dich, Käp'n Hex!“
Der Wind peitschte zerschlissene Segel, trieb das grosse Schiff – die Flying Dutchman – unaufhaltsam näher an die Nemesis heran und beide Kapitäne funkelten sich über die wenigen Meter windgepeitschte See die sie am Ende noch trennte, herausfordernd an.
„Fang mich!“ forderte Käpt'n Hex beinahe drohend.
„Hab dich!“ knurrte Kapitän Jones als er aus dem nichts hinter Hex erschien und zupackte.
Tex grinste und zerstob in einer Rauchwolke; wehte aus dem festen Griff einer Krebsschere und raunte dunkel, von überall und nirgends: „Noch nicht...“
Jones starrte einen Augenblick nur auf seine leere Hand, hob dann seinen Blick als von seinem eigen Schiff her Tex' Stimme erklang: „Hier drüben, Käpt'n Jones!“
Der verdrehte seine Augen, wandte sich dann jedoch um und stolzierte hoch erhobenen Hauptes, direkten Weges in den Hauptmast der Nemesis nur um auf der Dutchman wieder zu erscheinen.
Blaue, funkelnde Augen starrten in rotleuchtende und eine dunkle Stimme forderte: „Keine Magie, nicht bei diesem Spiel, Käp'n Hex.“
Tex kurvte seine nicht wirklich vorhandenen Lippen zu einem unwiderstehlichen Lächeln und erwiderte herausfordernd: „Aber ohne Magie lohnt es sich nicht die See herauszufordern, Käpt'n Jones...“
Die beiden Kapitäne starrten sich einen langen, düsteren Moment nur über das Ruder der Dutch hinweg an, lächelten sich dann wie auf ein geheimes Signal hin zu, ehe Kapitän Hex sich hinter dem Ruder hervor schob und süffisant grinste: „Sieht aus, als hätten wir ein Remis, mein Freund...“
Der Kapitän der Flying Dutchman erwiderte das Grinsen und entgegnete amüsiert: „Ausnahmsweise, bin ich geneigt dir zuzustimmen Tex...“ er deutete auf seine Kajüte, „Eine Partie Schach?“
Der lodernde Blick des lavendelfarbenen Piraten glitt einmal genüsslich langsam über den verfluchten Mann vor ihm: „Spielen? Ich werde dich matt setzen Davy...“ grollte er düster und mit nicht unerheblichem Unterton.
III
Das Schachbrett stand zwischen ihnen, genau drei weisse und zwei schwarze Figuren lagen neben dem karierten Spielbrett, neben ihnen auf dem Boden lagen – achtlos hingeworfen – zwei Hüte, eine grüne und eine blaue Jacke – wovon die blaue mit allerlei Meeresgetier bewachsen war – und eine rote Schärpe.
Tex sah mit zusammengekniffenen Augen zu, wie eine weitere seiner weissen Figuren vom Spielfeld gepflückt wurde, erhob sich und warf dann sein Hemd zu den anderen Kleidungsstücken auf dem Boden: „Nächstes Mal,“ grummelte er, „will ich wieder die Schwarzen...“
„Und wenn möglich auch noch die Einsätze bestimmen...“ grinste Davy Jones und liess seinen Blick interessiert über den schlanken Mann vor sich wandern, „... danke nein!“
Tex knurrte unmutig und liess sich elegant zurück in seinen Stuhl sinken und studierte das Brett eine Weile ehe er seinen Springer dazu nutze seinem Gegner einen Turm stehlen: „Pferd schlägt Turm...“ dunkel, seidenweich, „dein Einsatz Käpt'n Davy Jones!“ und eine lavendelfarbene Hand mit langen, schlanken Fingern vollführte eine bezeichnende Geste.
Der Kapitän der Flying Dutchman erhob sich und nur Sekunden später lag eine blaue Weste auf Tex' Hemd...
... „Schach!“ annoncierte eine mattschwarze, nachtdunkle Stimme, entlockte Tex' Gegenüber ein tiefes Grollen – viel gab es nun wirklich nicht mehr abzulegen – und gemäss ihrer eigenen, kleinen Regeln...
Nur wenige Augenblicke später trug auch der Kapitän der Flying Dutchman nur noch seine Hose, stand hinter seinem Gegner, stützte sich schwer auf Käpt'n Hex' Schulter, packte mit seiner Krebsschere die weisse Königin und warf sie mit einem in ein lilafarbenes Ohr geraunten: „Schach und Matt...“ irgendwo weit hinter sich.
„Du,“ Tex lehnte sich nach hinten und starrte nach oben in stechend blaue Augen, „schummelst!“ ruhig und bestimmt.
Jones grinste beugte sich soweit zu Tex hinunter, dass er dessen Atem auf seiner Haut spürte und seine Tentakel sich genüsslich um einen lavendelfarbenen Nacken schlingen konnten und wisperte drohend: „Du hast gewonnen, Käp'n Tex Hex...“
Zartlila Lider mit langen, silbernen Wimpern senkten sich halb über glühend rote Augen, sehnige Hände mit langen Krallen legten sich in den Nacken des herzlosen Kapitäns und Tex schloss den letzten Abstand von ein paar Millimetern mit einem heiser geraunten: „David Jones gibt auf...“
IV
„David Jones gibt auf...“ Tex' Stimme rieselte wie warmes Wasser über Davy's Rücken, „das ich dies noch erleben darf...“
„Ach,“ knurrte der zurück, „sei ruhig...“
Der Kuss der folgte war alles andere als sanft und endete damit das Tex sich, Bauch voran, auf dem Schachtisch wiederfand und knurrte: „Dacht' ich hab' gewonnen...“ und eine Rauchwolke verpuffte unter Käpt'n Jones.
Tex erschien hinter Davy wieder, packte zu, bohrte seine Krallen in Haut von der Farbe einer stürmischen See, eine erstaunlich schlanke Taille und schlug seine Zähne in eine kräftige Schulter, immer darauf bedacht nicht zu weit von seinem – Gegenspieler, Spielzeug, Spielgefährten, ja was denn eigentlich? – abzurücken.
Den scharfen Schmerz in seiner Schulter ignorierend wirbelte Jones herum griff Tex' rechtes Handgelenk und zog ihn auch gleich wieder an sich, murrte: „Nicht. Beissen. Giftig!“ unwirsch packte er mit seiner Tentakelhand das markante Kinn seines Gegenübers und drehte dessen Kopf von einer Seite zur anderen, auf der Suche nach seinem Blut.
Tex liess die mehr oder weniger grobe Behandlung unmutig über sich ergehen, war es doch nicht das erste Mal, doch sein Blick machte Davy unmissverständlich klar, dass wenn er nicht augenblicklich...
„Du zerquetschest mein Handgelenk...“ Hex' Stimme war nicht mehr als ein gefährlich klingendes Raunen, „Lass. Los. Jetzt.“
Zufrieden registrierte Tex wie sich der schraubstockartige Griff der Krebsschere lockerte, jedoch sein Handgelenk nicht ganz entliess – und dann keuchte er unkontrolliert auf weil sein Lieblingstintenfisch ihn einfach so packte und aufs Bett warf.
Auf ein feuchtes, nach Seegras und Meer riechendes Bett, auf dem Augenblicklich ein wildes Gerangel entstand.
„Herrgott noch mal...“ forderte Tex, auf Jones sitzend, „... halt endlich still!“
„Der Herrgott hat damit nix zu tun und den Teufel werd ich tun, lila Landratte...“ grinste Davy als er sich unter seinem Gegner hervor und auf diesen rollte, nur um ihn dann mit seinem gesamten Gewicht in die feuchten Laken zu drücken.
Sie mochten ja gleich gross sein, aber er war immer noch schwerer und breiter gebaut.
„Frecher Fischkopp...“ murmelte Tex, starrte ihn aus dunkelroten Augen an, befreite eine seiner Hände, packte einen der Barttentakel und zog Davy Jones zu sich herunter...
V
Tex lag unter diesem schweren, starken Körper und wand sich vor Lust.
Hatte nicht eigentlich er das Schachspiel gewonnen?
Nun, Davy schien das gerade nicht sehr zu beeindrucken.
Ein weiteres dunkles, nachtschwarzes Stöhnen und Tex' Zähne gruben sich in seinen eigenen Unterarm derweil er die Krallen seiner anderen Hand in diese Seegraslaken schlug.
Nur nicht Davy beissen – auch wenn es gegen sämtliche seiner dystopischen Instinkte ging; und er mit höchster Wahrscheinlichkeit aufgrund seines Metabolismus immun war – der würde sonst augenblicklich von ihm ablassen...
Ein weiterer, feuchter Tentakel tastete sich über lavendelfarbene, erhitzte Haut und fand mit seinen Saugnäpfen eine Brustwarze und Tex keuchte auf: „Oh Götter!“
Davy Jones seufzte lautlos und sehr genüsslich auf, liess seine empfindlichen Tentakel weiter über diese lavendelfarbene, immer ein wenig nach süssem Flieder riechende Haut streichen und seine Zunge folgen.
Und er musste zugeben, dass er davon mehr als angetan war.
Etwas zu angetan vielleicht...
Dabei war dies hier allerhöchstens ein freundschaftliches Abkommen.
Nie etwas anderes gewesen.
Und doch war da dieses elendige...
„Jooones...“ dunkel, verlangend – durchdringend.
Er hob seinen Blick von der Brust seines Spielgefährten und – knurrte ungehalten auf: „Lass dass...“ und Davy zog sachte aber entschieden mit seiner Schere Hex' Unterarm zwischen dessen Zähnen hervor, „... du tust dir weh...“
Tex knurrte ungehalten, stöhnte jedoch noch im selben Augenblick tief auf weil sich ein sehr langer und sehr neugieriger Tentakel an einer sehr, sehr persönlichen Stelle „vergriff“.
Jones grinste zufrieden und stürzte sich auf ein Neues auf diese lavendelfarbene, nach Fliederhonig riechende und schmeckende Haut.
Tex stemmte sich hoch, all diesen Sinneseindrücken entgegen.
Drehte dann den Spiess kurzerhand um und lag plötzlich auf dem Käptn der Flying Dutchman: „Du hast dich ergeben...“
Davy schnappte hörbar nach Luft und gab dann ein seltsam anmutendes Geräusch von sich, eine Mischung zwischen Aufkeuchen und Jaulen, gepaart mit einem langgezogenen Wimmern: „Teeex...“
Tex' Krallen bohrten sich in seefarbene, kräftige Oberarme, seine Zunge zog auf dieser salzigen, nach Meer schmeckenden Haut eine lange, feuchtheisse Spur bis hinauf zu einem hungrigen Mund und er eroberte diesen Mann mit allem was er besass.
Eroberte die See, den Ozean auf eine unmögliche, unglaublich berauschende Art und Weise, vergrub seine Zähne bis zum Anschlag in weichem, nachgiebigen Fleisch.
Jones hatte weder den Willen noch die Zeit zu reagieren, als sich scharfe, spitze Zähne in seiner Schulter vergruben; und auch sein Verstand befand sich bereits auf dem Weg ins selige Nirgendwo eines alles verschlingenden Rausches, weil dieser verdammte Schurke sich gerade in ihn hämmerte.
Und als sie beide den Gipfel der Leidenschaft erreichten, vergass er sogar dass sein Blut Tex zweifellos töten würde...
VI
Hex' Rücken wölbte sich wie der eines katzbucklenden Katers und auch das Geräusch das sich seiner Kehle entrang hatte mehr Ähnlichkeit mit einem Fauchen als etwas anderem, seine Krallen schlugen sich in Jones' Oberarme, rissen tiefe Kratzer und Davy damit aus seinem Rausch.
Tex fühlte zuerst wie dieses unglaublich kühle Blut seine Lippen benetzte, sah – als er für einen Sekundenbruchteil seinen Blick hob – dessen grünlichblaue Färbung und dann rann diese brennende Flüssigkeit seine Kehle hinunter und – er wusste augenblicklich, dass er nicht sterben würde.
Nicht einmal, wenn er aus dieser Dimension stammen würde.
Eisblaue Augen wurden genau in dem Augenblick aufgerissen als Tex erneut seinen Kopf senkte um mit seiner Zunge gierig das Blut von den Kratzern die er Davy geschlagen hatte zu lecken.
Jones konnte dabei zusehen wie diese nachtschwarzen Iriden sich ausdehnten, bis sie das glühende Rot beinahe ganz auslöschten, konnte sehen wie indem weissen Schnurrbart Tropfen seines Blutes hingen und dann legte Tex denn Kopf in den Nacken um genüsslich zu schlucken.
Und dann machte Hex da weiter wo er kurz zuvor aufgehört hatte und stiess wieder zu...
In seiner Kehle brannte es, sein Blut rauschte in seinen Ohren und durch seine Adern rann flüssiges, verzehrendes, aufpeitschendes Feuer.
Texas Maverick Mc Allister warf seinen Kopf zurück, schüttelte seine Mähne und tat der Welt mit einem dunklen, triumphierenden Schrei Kund, dass er sich nun völlig seinen Instinkten und seinem dystopischen Blut hingeben würde.
Und so nahm er sich was seiner Meinung nach ihm gehörte, vergrub Krallen und Zähne und auch noch den letzten Rest seiner Männlichkeit tief in diesem verlockenden Körper unter sich durch welchen dieses Elixier floss.
Jones, zu überrascht von diesen Überfall, schrie auf, überwältigt von Lust und Schmerz, verbiss sich seinerseits in lavendelfarbener Haut und vergrub seine Tentakel tief in Tex.
VII
Tex erwachte weil etwas feuchtes, glitschiges über seinen Unterarm rutschte und sich dann um sein Handgelenk schlängelte um sich da mit geschätzten fünfzig Saugnäpfen fest zu saugen.
„Was...“ Tex versuchte rein instinktiv sich an den Kopf zu fassen als dieses eine, geflüsterte Wort, in seinem Hirn hundertfach verstärkt widerhallte und versagte kläglich.
Was war eigentlich passiert letzte Nacht?
Er konnte sich noch daran erinnern das er und Jones – Jones, das erklärte das feuchte Ding – ein wenig Spass gehabt hatten und dann?
Ja, was dann?
Weshalb bitte lag er nun hier in Käpt'n Davy Jones feuchten Laken, schmiegte sich an dessen Rücken und hatte den Kater seines Lebens?
Kuscheln war immer ein Tabu gewesen, auch das sie danach im selben Bett schliefen...
Tex wimmerte gepeinigt auf als sein Kopf schmerzhaft gegen das viele Nachdenken protestierte und vergrub sein Gesicht an einer kräftigen Schulter, zwischen mehreren kühlen Tentakeln und blinzelte.
Er starrte direkt auf eine ziemlich tiefe Bisswunde und dann stieg ihm der kupferartige Geruch in die Nase...
Kapitän Davy Jones erwachte weil sich etwas – jemand – äusserst brutal in seiner Schulter verbiss.
Doch diesmal reagierte er schneller, wand sich aus dem stahlharten Klammergriff der lavendelfarbenen Arme, warf sich herum, auf den Mann hinter sich, packte dessen Handgelenke mit seiner Schere und knurrte: „Hex,“ er konnte es immer noch nicht ganz glauben, aber sie waren offensichtlich vor Erschöpfung eingepennt, „jetzt bin ich dran...“
Der Mann unter ihm gab ein leises, sehnsüchtiges Wimmern von sich und versuchte nach Davy's Unterarm zu schnappen.
Der erstarrte mitten in der Bewegung und erinnerte sich schlagartig an den Hunger den Tex im Bezug auf sein Blut an den Tag gelegt hatte und richtete sich auf, verdrängte alle niederen Instinkte und schlug denn einmal mit seiner Krebsschere zu.
Tex' Augen wurden endlich wieder normal und dessen Hand fuhr an die schmerzende Wange und er knurrte: „Spinnst du oder was, alter Tintenfisch?!“
Jones knurrte, immer noch auf Hex' Beinen sitzend: „Danke gleichfalls! Bist du ein Vampir oder was?“
VIII
Er hielt sich seine brennende Wange und blinzelte gegen die zurückkehrenden Kopfschmerzen an; doch was Kapitän Hex gerade wirklich wollte...
Eine schnelle Drehung, etwas Magie und Jones lag wieder unter ihm und Tex raunte: „Du gehörst seit gestern mir. Dein Blut gehört mir, Davy Jones.“
Der knurrte unwillig auf, sickerte durch Tex' Griff und sein Bett, stand dann davor: „Ich gehör niemandem, schon gar nicht einem dahergelaufenen Vampir, der sich mit ein paar unfairen Tricks in mein Bett geschlichen hat!“ er fischte nach seinen Kleidern, „Und jetzt verschwinde von meinem Schiff und scher dich zum Teufel!“
Tex starrte den wütenden Mann nur an, grinste und erklärte dann nonchalant: „Ich bin kein Vampir... und was die unfairen Tricks angeht: Das beruhte ja wohl auf Gegenseitigkeit,“ er zog seine nicht vorhandenen Augenbrauen nach oben, „oder wer hat damals wen aufs Bett geschmissen?“
Er hatte das erstaunlich seltene Vergnügen Jones erröten zu sehen als der zurück knurrte: „Und wer bitte hat sich werfen lassen?“
Jones sah Hex die Schultern heben und sich dann mit untergeschlagenen Beinen hinsetzen – und wieder einmal fiel ihm auf wie elegant dieser lavendelfarbene Schurke doch war.
Und wie erstaunlich wenig er sich an den immer etwas feuchten und nach See riechenden Laken störte.
Überhaupt daran, dass er in einer Koje sass, die mehr oder weniger mit ziemlich viel Meeresgetier bewachsen und bevölkert war.
„Zieh dich nur an,“ Hex' ruhige Stimme und ein wedeln mit einer lila Hand, „ich warte und dann schlagen wir uns entweder die Köpfe ein – was bei uns beiden aussichtslos ist – oder ich erklär dir was ich bin...“ Tex lehnte sich gegen die Wand hinter dem Bett ungeachtet das sich zweifellos ein paar Seepocken in seine Haut drücken würden.
Texas Maverick Mc Allister, Raumzeit-Agent im Urlaub und Magie begabter Planetenteleporter, seufzte lautlos und liess seinen Blick über den anthropomorphen Mann wandern.
Es hier und jetzt zu beenden dieses kleine Spiel wäre die einzig richtige Entscheidung. Aber, verflixt, er konnte und wollte es nicht beenden. Er mochte diesen verfluchten Kapitän.
Wollte ihn schlicht für sich.
Iris würde sich die Hand vor den Kopf schlagen, schliesslich war es ja nicht so, dass die ihn nicht gewarnt hatte...
Und wie, bei Arkons Göttern sollte er dem Kerl erklären was er war ohne zu verraten wer er war?!
IX
Jones entschied sich sein Hemd über zu ziehen und liess sich danach schwer auf seine Orgelbank fallen um Käpt'n Hex anzustarren, mit funkelnden, eisblauen Augen zu fixieren.
Tex sass einfach nur ruhig auf seiner Koje, mass ihn mit einem unergründlichen Blick unter schweren Lidern hervor und ordnete seinen nun wieder schneeweissen Schnauzer; schien zu überlegen was genau er nun sagen sollte.
Und mächtig zu zaudern.
Tex sehnte sich gerade sehr nach einem Rat, aber es hatte den Anschein, dass er heute allein klar kommen musste.
Wenn Jonesey ihn nur nicht mit diesen Augen anstarren würde...
Da verging einem ja das Denken. Ganz besonders, wenn in den ganzen Laken noch immer der Geruch von dessen Blut hing.
Köstliches, nach Kupfer schmeckendes, kaltes Blut, dass sich längst schon mit einem Teil von ihm verbunden hatte.
Alle seine dystopischen Instinkte gierten geradezu danach.
Iris hatte mal gesagt, dass man mit der Wahrheit zumeist am besten wegkam, aber – verflixt noch mal – der Mann da, stammte irgendwann aus der fernen Vergangenheit. Er konnte ihm doch nicht die Hälfte der Wahrheit erzählen!
„Also,“ riss ihn die sonore Stimme seines Gegenübers aus seinen Überlegungen, „wer bist du nun, Hex?“
Das dauerte ihm zu lange, er war noch nie der geduldigste gewesen und hatte jetzt schongar nicht das Bedürfnis damit anzufangen.
Und Tex sah von Minute zu Minute – zumindest kam Davy das so vor – aus als würde er immer weiter gedanklich abdriften.
Also stellte er ihm eine Frage.
Seine lavendelfarbene Landratte schluckte einmal und antwortete dann: „Bevor ich auf die Nemesis kam und zu Käpt'n Hex wurde hiess ich mal Texas Mc Allister...“
Jones nickte: „Und weiter?“
„Meine aktuelle Form,“ Tex vollführte einige sehr graziöse Gesten, „scheint gewisse Raubtiereigenschaften zu haben...“ nicht das die nicht so oder so vorhanden waren, „... und dein Blut scheint auf mich berauschender als Opium zu wirken...“
Kapitän Davy Jones warf ihm einen kritischen Blick zu; das konnte ja wohl...
Tex schluckte einmal und gestand dann murmelnd: „Dein Blut wirkt wie ein Aphrodisiakum, macht mich süchtig, süchtig nach mehr... Nach dir.“
Jones starrte den Mann einfach nur an. Das war aber jetzt nicht wahr oder?
„Ich will dich einfach nur verschlingen...“ Tex' Stimme war noch dunkler geworden, „... ganz für mich alleine haben...“ der lila Schurke beugte sich ihm entgegen, „... bis zum letzten, kleinen Tentakel, der letzten Seepocke und...“
X
„... auch dein Herz...“ Hex' Mund presste sich auf Davy's und verschlang diesen regelrecht, zog ihn zurück in die Laken und Jones hatte tatsächlich einen lichten Augenblick wo er sich wundern konnte wie er nun wieder auf die Koje gekommen war, bevor sanfte Hände über seine Tentakel strichen.
Tex nahm sich Zeit.
Viel Zeit. Zum ersten Mal liess er sich dazu hinreissen sanft zu sein, genüsslich jeden einzelnen Tentakel zu erkunden.
Sanft strichen seine langen, harten Krallen über weiches, nachgiebiges Fleisch und seine Finger hoben sich jedes Mal wie von selbst an seinen Mund wenn einer der vorwitzigen Tentakel sich darum schlang.
Und wieder wurde ein weiterer seiner Tentakel angehoben, sanft aber bestimmt der ganzen Länge folgend von warmen, rauen Fingern gestreichelt, nur um gleich darauf von einer feuchtheissen Zunge liebkost zu werden.
Davy's Brust entwich ein dunkler Seufzer und gleich darauf ein seltsam gutturaler Laut als Tex mit seinen scharfen Zähnen am nächsten Saugnapf nibbelte.
An. Jedem. Einzelnen. Saugnapf.
Und dann küsste Hex ihn wieder, diesmal jedoch sanft, weich, einschmeichelnd und – Jones Welt löste sich zu Gunsten von roten, warm-leuchtenden Augen auf.
„Hex...“
Die Stimme des gefürchteten Kapitäns war nicht mehr als ein langer, dunkler Seufzer, doch Hex korrigierte ihn dennoch sanft: „Tex...“ murmelte er gegen den Mund des anderen, „...Davy...“ und seine Zunge tauchte wieder nach dem salzigen Geschmack der See.
Der Mann auf dem er zur Hälfte lag, erzitterte, seine Augen fielen zu und er klammerte sich mit seiner Krebsschere in die grünlichen Laken, erwiderte den Kuss selbstvergessen.
Tex' Hand strich noch ein letztes Mal über die sich windenden Tentakel und kratzte dann mit spitzen Krallen über den rauen Stoff des Hemdes, die ausladende Brust, den flachen Bauch und über erstaunlich schmale Hüften, die geradezu dazu einluden sich darin zu verkrallen, hinunter.
Doch ihm lag gerade nichts ferner, alles was Tex tat war, seine Hand wieder nach oben gleiten zu lassen, diesmal jedoch mit den Fingerspitzen jeden Muskel, jede Narbe und noch die kleinste Unebenheit erkundend, unter dem Hemd.
Jones entwischte ein leises, verlangendes Wimmern ehe er sich erschrocken die Hand vor den Mund schlug.


